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Smartphone sperren mit PIN, Passwort, Fingerabdruck und Co.

09. Mai 2018

PIN

Die PIN (Persönliche Identifikationsnummer) ist die klassische Variante unter den Sperrmethoden. Sie schützt die SIM-Karte des Smartphones und damit auch alle darauf gespeicherten Daten. Die Sicherheit der PIN hängt von der Auswahl der Zahlenkombination ab. Je länger und unterschiedlicher die Zahlen, desto sicherer ist die Methode. Verzichten sollte man dabei auf Zahlenkombinationen, die sich aus Geburtsdaten vom Partner oder den Kindern zusammensetzen. Auch gängige Zahlenkombinationen wie „1234“ oder „1111“ sollten umgangen werden. Für Unbefugte wäre es zu einfach, diese Kombinationen zu knacken.

 

Sicherheit: mittel bis hoch

 

Passwort

Ebenso wie beim Laptop oder PC kann auch das Smartphone mit einem Passwort geschützt werden. Im Gegensatz zur PIN, die nur aus Zahlen besteht, hat man beim Passwort die Möglichkeit, Buchstaben (Groß- und Kleinschreibung), Zahlen und Sonderzeichen zu nutzen. Auch hier sollte auf nachvollziehbare Begriffe wie Namen von Angehörigen verzichtet werden. Es gilt: Je komplizierter ein Passwort, desto schwieriger ist es zu knacken. Unter https://checkdeinpasswort.de/ kann getestet werden, wie sicher das Passwort ist. Nachteil: Die ständige Eingabe eines langen oder komplizierten Passworts kann auf Dauer mühsam sein und kostet beim Entsperrvorgang im Vergleich zu den anderen Methoden deutlich mehr Zeit.

 

Sicherheit: hoch


Mustersperre

Bei einer Mustersperre setzt sich der Smartphone-Nutzer ein eigenes Muster aus verschiedenen vorgegebenen Punkten zusammen. Das Muster sollte dabei eine ausgefallene Form erhalten. Weniger ratsam sind einfache geometrische Figuren wie Vier- oder Dreieck oder der erste Buchstabe des eigenen Namens. Dennoch sollte das Muster auch nicht zu kompliziert werden. Immerhin muss man es sich ja auch merken. Denn nicht nur das Muster an sich ist entscheidend, sondern auch die Reihenfolge, in der es eingegeben wird.

 

Achtung: Auf dem Touch-Display entstehen im Lauf der Zeit sichtbare Spuren durch Fingerabdrücke. Daher ist es ratsam, das Display regelmäßig zu säubern. Aber auch sonst lässt sich die Mustersperre recht schnell und einfach hacken. Wenn man das gesperrte Smartphone-Display im ausgeschalteten Zustand im Licht spiegelt, ist mit etwas Glück der Abdruck des Musters zu erkennen, das zuvor eingegeben wurde.

 

Sicherheit: niedrig bis mittel

 

Fingerabdruckscanner

Beim Fingerabdruckscanner wird das Smartphone mithilfe des eigenen Fingerabdrucks entsperrt. Unterschieden wird zwischen einem halbautomatischen und einem automatischen Scanner. Beim halbautomatischen Scanner muss die Fingerkuppe über die Scanner-Fläche gezogen werden. Bei der automatischen Variante reicht das Auflegen des Fingers. Die Strukturen der Fingerkuppe werden über Sensoren abgetastet und mit dem gespeicherten Abbild verglichen. Stimmt alles überein, wird das Smartphone entsperrt.

 

Eigentlich könnte man annehmen, dass vor allem der Fingerabdruckscanner als sicherste Methode gilt. Immerhin ist ein Fingerabdruck einmalig. Doch Hacker haben einige Wege gefunden, um diese Sperre zu knacken. So kann man den Abdruck eines Fingerabdrucks auf einer Glasplatte abfotografieren, bearbeiten und auf eine Folie drucken, um den Sensor am Smartphone zu überlisten.

 

Sicherheit: mittel bis fragwürdig


Gesichtserkennung

Bei der Gesichtserkennung wird zwischen 2D- und 3D-Erkennung unterschieden. Bei beiden Verfahren wird das Gesicht des Nutzers mit Hilfe der Frontkamera des Smartphones nach ovalen Formen, Farben und geometrischen Anordnungen analysiert. Das 3D-System tastet das Gesicht aber dreidimensional ab. Stimmen die registrierten Ebenen mit dem Referenzfoto überein, entsperrt sich das Gerät. Bei der 2D-Gesichtserkennung reicht theoretisch ein Bild aus, um die Sperre zu umgehen. Daher raten Experten von dieser Variante ab.

 

Sicherheit: bei 3D recht hoch, bei 2D fragwürdig

 

Iris-Scanner

Bei dieser Sperr-Variante scannt die Kamera unterstützt von Infrarotlicht rund 260 optische Eigenschaften und Muster der Regenbogenhaut. Achtung: Die Funktionalität des Scanners wird durch das Tragen einer Brille eingeschränkt. Die Iris-Erkennung ist nicht leicht zu umgehen oder zu knacken. Experten konnten den Scanner aber dennoch mit einem hochauflösenden Bild, das in eine Kontaktlinse eingebettet wurde, überlisten.

 

Sicherheit: recht hoch


Fazit: Doppelt hält besser

Wer sich für eine bestimmte Variante entscheidet, sollte stets auf Komplexität von Zahlen-, Buchstaben- oder Musterkombinationen achten. Wer Fingerabdruckscanner, Gesichtserkennung oder Iris-Scanner nutzt, sollte zudem den Datenschutz im Hinterkopf haben. Es ist nicht gewiss, was die Konzerne mit den gespeicherten biometrischen Daten tun und ob diese vor der Weitergabe an Dritte geschützt sind. Als wirklich sicher stufen Experten nur die Kombination von zwei Sperrmechanismen ein: Empfohlen wird die Nutzung eines Fingerabdruckscanners in Kombination mit einer PIN oder einem Passwort.