Seit einiger Zeit ist die sogenannte eSim (embedded Sim; auf Deutsch: "fest verbaut" oder "eingebettet") auf den Markt. Dabei handelt es sich um einen etwa 5 x 6 Millimeter großen Chip, der fest im Mobilgerät installiert ist. Somit entfällt bei Smartphones das Sim-Karten-Fach komplett.
Um sich in einem Mobilfunknetz einzubuchen, wird das mobile Endgerät lediglich mit dem Profil des Mobilfunkanbieters versehen – entweder durch das Einscannen eines QR-Codes oder durch einen eSim-Aktivierungscode, der verschlüsselt per Bluetooth übertragen wird.
Bei der E-Sim werden Anbieter und Tarif ausschließlich über die Software auf dem Endgerät gewählt. Es gibt somit keine wechselbaren Karten mehr. Dadurch entfällt zwar das lästige Kartenwechseln. Aber es gibt auch diverse Einschränkungen: So kann der Nutzer nur noch aus dem Angebot wählen, die Gerätehersteller und Netzbetreiber bereitstellen. Eine freie Anbieter- und Tarif-Wahl gibt es dann – ebenso wie Flexibilität – nicht mehr.
Bereits 2015 hat Samsung auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin eine Variante der Samsung Gear S2 vorgestellt, die mit einer eSim läuft. Damals wurde die Smartwatch im Paket bei o2 und Vodafone vermarktet. Der große Erfolg blieb allerdings aus. Seit 2017 gibt es die Huawei Watch 2 mit integrierter eSim. Diese vermarktet derzeit nur die Telekom in einem Bundle.
Mittlerweile werden aber auch Smartphones mit eSim angeboten wie das Pixel 2 und das Pixel 2 XL von Google. Bisher wird die eSim in den Geräten aber von keinem deutschen Mobilfunkanbieter unterstützt. Ein weiterer Hersteller, der eSim in seinen Modellen wie das Mi 5 anbietet, ist Xiaomi. Was die Nutzung von eSim angeht ist Apple ganz weit vorne. So sind die meisten aktuellen iPad-Pro-Modelle mit einer eSim ausgestattet. Ein entsprechender Datentarif kann direkt über die Einstellungen ausgewählt und gebucht werden.
Um eine eSim nutzen zu können, braucht es einen entsprechenden Datentarif. Aktuell (alle Angaben Stand April 2018) haben Vodafone und die Telekom Deutschland solche Tarife im Angebot. Bei Vodafone kann eine eSim zu verschiedenen Verträgen kostenlos dazugebucht werden. Das gilt allerdings nur für die Samsung Gear S2.
Bei der Telekom kann eine eSim zu einem bestehenden Mobilfunkvertrag gebucht werden. Die neu hinzugekommene Karte wird als Multi-Sim genutzt und kostet rund 5 Euro. Dabei nutzt diese Multi-Sim das Datenvolumen des Mobilfunkvertrages mit.
Mittlerweile haben sich die weltweiten Netzbetreiber auf einen einheitlichen eSim-Standard geeinigt. Wer also ins Ausland reist, kann – zumindest theoretisch – künftig bei einem lokalen Anbieter einen befristeten Vertrag abschließen und für den Zeitraum des Aufenthalts nutzen. Das eSim-Profil beim heimischen Anbieter wird währenddessen deaktiviert. Kehrt man in die Heimat zurück, lässt sich das Profil mit wenigen Klicks wieder aktivieren.